Warum es wichtig ist, beim IPS das tatsächliche Gehalt zu melden

Die korrekte Meldung des Arbeitsentgelts beim Instituto de Previsión Social (IPS) ist nicht nur eine formelle Verpflichtung des Arbeitgebers, sondern ein wesentlicher Bestandteil zur Gewährleistung eines der wichtigsten Rechte des Arbeitnehmers – seines Anspruchs auf eine Altersrente.

Ein verfassungsmäßig besonders geschütztes Recht

Die paraguayische Verfassung erkennt in Artikel 95 das Recht auf soziale Sicherheit als Grundrecht an. Dieses Recht hat nicht lediglich verwaltungsrechtlichen Charakter, sondern dient der Sicherung des Lebensunterhalts des Arbeitnehmers im Ruhestand.

Aus diesem Grund schützt die paraguayische Rechtsordnung Rentenleistungen in besonderem Maße. So bestimmt das Gesetz Nr. 98/92 ausdrücklich, dass der Anspruch auf eine Altersrente unverjährbar ist.

Das Problem einer zu niedrig gemeldeten Vergütung

In der Praxis kommt es noch immer vor, dass ein Arbeitnehmer tatsächlich ein höheres Gehalt erhält, der Arbeitgeber gegenüber dem IPS jedoch einen niedrigeren Betrag für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge meldet.

Geschieht dies während der letzten 10 Jahre vor dem Renteneintritt, führt dies zu einer geringeren Berechnungsgrundlage und damit zu einer niedrigeren Altersrente.

Genau hier entsteht für den Arbeitgeber ein erhebliches Haftungsrisiko. Der Arbeitnehmer kann Schadensersatz verlangen, weil die Meldung eines zu niedrigen Gehalts seine spätere Rentenhöhe unmittelbar beeinträchtigt. Dasselbe gilt, wenn der Arbeitnehmer trotz bestehender Versicherungspflicht überhaupt nicht beim IPS angemeldet wird.

In Paraguay existieren bereits mehrere Gerichtsentscheidungen zugunsten von Arbeitnehmern, bei denen die verklagten Unternehmen verpflichtet wurden, sämtliche nicht entrichteten Sozialversicherungsbeiträge nachträglich zu zahlen, damit die betroffenen Arbeitnehmer die ihnen zustehende Altersrente erhalten konnten.

Wie die Altersrente heute berechnet wird

Seit Inkrafttreten des Gesetzes Nr. 7446/2024 wird die Berechnungsgrundlage der Altersrente anhand des durchschnittlichen Arbeitsentgelts der letzten 120 Monate (10 Jahre) ermittelt. Zuvor wurden lediglich die letzten 36 Monate (3 Jahre) berücksichtigt.

Lesen Sie hier mehr über die verschiedenen Rentenarten des IPS.

„Die IPS ist teuer und funktioniert nicht gut“ – ein reales Problem

Von Arbeitgebern hört man häufig zwei wiederkehrende Kritikpunkte: Zum einen werden die Sozialversicherungsbeiträge von insgesamt 25,5 % – insbesondere in arbeitsintensiven Branchen – als sehr hoch empfunden. Zum anderen wird kritisiert, dass das System in vielen Fällen nicht zufriedenstellend funktioniert, etwa aufgrund fehlender Medikamente, mangelnder medizinischer Versorgung oder langer Wartezeiten.

Diese Situation führt in der Praxis dazu, dass manche Arbeitgeber versucht sind, niedrigere Gehälter beim IPS zu melden, um ihre finanzielle Belastung zu reduzieren. In vielen Fällen wird dem Arbeitnehmer der auf ihn entfallende Beitragsanteil von 9 % nicht vom Lohn abgezogen, sodass dieser Anteil für das Unternehmen zu einem zusätzlichen Kostenfaktor wird.

Solche Lösungen schaffen jedoch erhebliche rechtliche Risiken. Unabhängig von den tatsächlich bestehenden operativen Mängeln des IPS bleibt das Sozialversicherungssystem gesetzlich verpflichtend und erfüllt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe: den langfristigen sozialen Schutz der Arbeitnehmer sicherzustellen.

Eine künstliche Reduzierung der Beitragsbemessungsgrundlage beseitigt die strukturellen Probleme des Systems nicht, sondern verlagert deren Auswirkungen unmittelbar auf den Arbeitnehmer, indem seine spätere Altersrente vermindert wird.

Darüber hinaus setzen solche Praktiken den Arbeitgeber erheblichen rechtlichen Risiken aus. Dazu gehören insbesondere Ansprüche wegen Beitragsdifferenzen sowie die Verpflichtung, die Sozialversicherungsbeiträge rückwirkend zu berichtigen und nachzuentrichten.

Was heute als Einsparung oder als Ausgleich für die Schwächen des Systems erscheint, kann sich morgen zu einer erheblichen wirtschaftlichen, rechtlichen und reputationsbezogenen Belastung für das Unternehmen entwickeln.

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