Mit der Resolución General DNIT Nº 47 hat die paraguayische Steuerverwaltung Dirección Nacional de Ingresos Tributarios (DNIT) eine neue Informationspflicht für Transaktionen mit Kryptoaktiva eingeführt. Diese Regelung verpflichtet bestimmte Steuerpflichtige, jährlich Informationen über ihre Aktivitäten mit Kryptowährungen und anderen digitalen Vermögenswerten zu melden. Die Vorschrift gilt ab dem Steuerjahr 2026, weshalb es für Nutzer von Kryptowährungen wichtig ist, bereits jetzt eine systematische Dokumentation aller Transaktionen zu führen.
Wer ist verpflichtet?
Gemäß Artikel 3 der Resolution müssen folgende Personen eine informative Steuererklärung über Kryptoaktiva abgeben:
- Betreiber von Krypto-Plattformen: Eigentümer, Administratoren oder Verantwortliche von Plattformen für Kryptoaktiva, die in Paraguay tätig sind.
- Steuerpflichtige mit Krypto-Transaktionen über USD 5.000 jährlich: Natürliche oder juristische Personen mit steuerlichem Wohnsitz oder Sitz in Paraguay, wenn der Gesamtwert ihrer jährlichen Transaktionen mit Kryptoaktiva mehr als USD 5.000 beträgt.
Diese Verpflichtung gilt insbesondere, wenn: Transaktionen über ausländische Krypto-Plattformen durchgeführt werden, Transaktionen direkt zwischen Wallets (Peer-to-Peer) stattfinden und DeFi-Protokolle oder andere dezentrale Systeme genutzt werden. Die Meldepflicht besteht unabhängig davon, ob ein Intermediär (Exchange oder Plattform) beteiligt ist.
Welche Transaktionen müssen gemeldet werden?
Die Steuererklärung muss eine breite Palette von Transaktionen mit Kryptoaktiva erfassen, unter anderem:
Handels- und Tauschgeschäfte
- Kauf und Verkauf von Kryptowährungen
- Tausch zwischen verschiedenen Kryptowährungen
- Tausch zwischen Krypto und anderen digitalen Vermögenswerten
Transfers
- Übertragungen zwischen Wallets
- Transfers von oder zu Exchanges
- Transfers zwischen Personen oder Unternehmen
Unentgeltliche Übertragungen
- Schenkungen
- Erbschaften
- andere unentgeltliche Übertragungen
Nutzung als Zahlungsmittel
- Bezahlung von Gütern oder Dienstleistungen mit Kryptowährungen
- Tauschgeschäfte mit digitalen Vermögenswerten
Erträge aus Kryptoaktivitäten
- Mining
- Staking
- Lending
- Yield Farming
- Teilnahme an Konsensmechanismen oder Node-Betrieb
Erstellung oder Vernichtung von Tokens
- Minting
- Generierung (mining)
- Burning von Tokens
Welche Informationen zu jeder Transaktion angegeben werden müssen
Für jede Transaktion müssen mindestens folgende Informationen dokumentiert werden:
Zeitangaben
- Datum der Transaktion
- Uhrzeit der Transaktion
Beteiligte Personen
- Name oder Firmenname
- Steuerdomizil
- Steueridentifikationsnummer (RUC oder ausländische Steuer-ID)
Falls die Identität nicht bekannt ist:
- Wallet-Adresse
- Smart-Contract-Adresse
Informationen zum Kryptoaktiv
- Name der Kryptowährung
- Symbol (z. B. BTC, ETH)
- Blockchain oder Netzwerk
Transaktionsdaten
- Menge der übertragenen Einheiten
- Gesamtwert der Transaktion in USD
Gebühren
- Kommissionen
- Netzwerkgebühren (Gas Fees)
Blockchain-Daten
- Transaktionshash (TXID)
- Herkunfts- und Zieladresse
- Art der Wallet (custodial oder non-custodial)
Ab wann gilt die neue Verpflichtung?
Die neue Informationspflicht gilt ab dem Steuerjahr 2026. Die Erklärung muss jährlich drei Monate nach Ende des Steuerjahres über das Steuerportal Marangatu eingereicht werden. Das bedeutet in der Praxis, dass alle Transaktionen, die ab 2026 stattfinden, müssen vollständig dokumentiert werden.
Empfehlung für Krypto-Nutzer
Aufgrund der umfangreichen Informationspflichten empfiehlt es sich:
- alle Wallet-Adressen zu dokumentieren
- Transaktionshistorien zu sichern
- Exchange-Berichte regelmäßig zu exportieren
- Mining-, Staking- oder Lending-Erträge zu erfassen
- Gebühren und Transaktionswerte in USD zu dokumentieren
Eine ordnungsgemäße Dokumentation erleichtert nicht nur die Erfüllung der neuen Meldepflicht, sondern auch die steuerliche Analyse der entsprechenden Einkünfte.




















